
das neue semester steht vor der tür …
März 18, 2008und wiederum ist das angebot an interessanten seminaren und vorlesung an der uni nicht sonderlich gross. gerade am institut für soziologie und demographie ist diese negative entwicklung deutlich sichtbar, ist doch die anzahl der veranstaltung, welche sich mit sozialphilosophie beschäftigen auf ein gerade noch wahrnehmbares mindestmass geschrumpft. es ist anzunehmen, dass die prüfungsordnung für “sozialwissenschaften“ (einer kombination aus demographie, vwl und soziologie), dem neuen naturwissenschaftlichen mode-studienfach mit ein paar pflicht-semesterstunden „soziologische theorie und theoriegeschichte“, die komplette verdrängung aus der rostocker universität bisher blockiert.
auf jeden fall bedeutet diese entwicklung für die studenten ein mehr an gruppenreferaten, bei welchen es zunehmend schwerer fällt neben der obligatorischen inhaltswiedergabe noch eine eigene linie, geschweige denn kritik erkennen zu lassen. wo auch, wenn die durchnschnittliche redezeit vielleicht fünf minuten beträgt ? ich selber werde das institut dieses jahr wohl bis auf eine veranstaltung zur „rationalitätsproblematik in der soziologie“ meiden und zuflucht in den ebenfalls überfüllten instituten für philosophie, an welchem bedeutend mehr sozialphilosophie gelehrt wird und politikwissenschaften suchen. sehr interessant klingen u.a. die vorlesungen zu den „theorien des herrschafts- und sozialvertrages“ und den „theorien der macht“, bei welchen, weil sie als vorlesungen angeboten werden, die hoffnung besteht in einem nicht gänzlich überfüllten hörsaal platz nehmen zu dürfen. aber auch die ankündigung und die literaturvorschau (u.a. yaacov lozowick, benny morris und tom segev) zum seminar “60 jahre israel“ schreit nahezu nach einem regelmässigen besuch, allerdings befinde ich mich derzeit nur auf einem zwei-stelligen platz in der warteliste. trotzdem möchte ich gerne allen seminar-besucherInnen, die der meinung sind, man dürfe als deutsche/r israel in aller freundschaft und aus sorge um die „besonderen beziehungen“ auch ein wenig kritisieren, den kleinen leitfaden für „israelkritiker“ von “lizaswelt“, verbunden mit der hoffnung, dass genügend menschen anwesend sind, die euch erklären mögen, dass ihr ansichten von vor 40 jahren vertretet, an die hand geben.
da ich gerade bei ankündigungen bin, möchte ich noch auf die antirassistische aktionswoche 2008 der antirassistischen initiative rostock [a.i.r.] aufmerksam machen. am morgigen abend geht es um „rassismus in der schwulen szene“, der ankündigungstext verspricht schonmal viel:
„Schwulsein ist heute für viele was ganz Normales, bis in die “Mitte der Gesellschaft” werden schwule Männer akzeptiert. Allerdings steigt gleichzeitig die Akzeptanz “ganz normaler” Rassismen und Sexismen innerhalb schwuler Szenen. Schwule Migranten sind mittlerweile auch in der Szene immer öfter mit Rassismus konfrontiert – ohne dass es innerhalb schwuler Zusammenhänge eine breitere Debatte darüber gäbe.
U.a. stehen folgende Themen zur Diskussion:
- Rassismuserfahrungen schwuler Türken und Kurden in Deutschland
- Rechtstrend in der Schwulenszene?
- Homo-, trans- und bisexuelle Migrant/innen zwischen Homophobie in Migrant/innen-Communities und Mehrheitsgesellschaft
- Emanzipative Diskussionsansätze in homosexuellen Szenen“
als referent ist koray yilmaz-günay („mbr – mobile beratung gegen rechtsextremismus berlin“ und “gladt – gays & lesbians aus der türkei“) geladen und die veranstaltung beginnt um 20.00 uhr in der heinrich-böll-stiftung (mühlenstrasse 9).
es bleibt zuletzt, nicht nur für initiatorInnen zu hoffen, dass sich dieses mal mehr besucherInnen einfinden als bei den bisherigen veranstaltungen.
Tja, Israel geht immer gut. „Theorien der Macht“ kann ich empfehlen, hab ich glaube ich im ersten oder zweiten Semester gehört und vllt. sollte ich, wenn es die Zeit erlaubt nochmal eine Auffrischung vornehmen. Heute dürften sich die Dinge dort besser erschließen.